Beim Clusterkopfschmerz gilt der Hypothalamus als zentraler Taktgeber, der über eine trigemino-autonome Reflexschleife die charakteristischen Attacken auslöst. Diese sich selbst aktivierende Schleife läuft über die entzündlich gereizten Trigeminusäste mit schmerzhaften Endpunkten im Bereich Stirn, Auge, Kiefer und Nacken. Diese Endpunkte sind von außen für die Axomera-Therapie zugänglich.
Axomera ist ein neuromodulatives Verfahren: Computergesteuerte elektrische Signale in der Dimension zellulärer elektrischer Felder werden millimetergenau an diesen zugänglichen Punkten platziert. Ziel ist, die Reizschwelle der trigemino-autonomen Schleife anzuheben — und so den sich selbst stabilisierenden Anfallsrhythmus zu unterbrechen. Die Anzahl und Intensität der Attacken sinkt.
Wie Entzündung und Schmerz zusammenhängen →Fachkreise · Studienaufbau & kritische EinordnungStudienaufbau. Retrospektive Fallserie, 20 chronische Cluster-Patienten, behandelt 2014–2018 in unserer Praxis; 4 mit vorheriger Cluster-Operation (SPG- oder ONS-Stimulation). Nachbeobachtung 1 Jahr (n=20) bzw. 2 Jahre (n=12).
Ergebnis. Attacken/Tag im Mittel 2,8 → 1,7 nach 4 Wochen; bei den 14 Respondern 2,2 → 0,7; Triptan-Anwendungen 2,5 → 1,5 (Responder 2,0 → 0,4); nach 1 Jahr 13/20 mit ≥ 50 % weniger Attacken, davon 10 attackenfrei; 6 Non-Responder; keine schweren Nebenwirkungen.
Kritische Grenzen. Kleine, unkontrollierte, retrospektive Serie aus einem einzigen Zentrum; kein Placebo-Arm, keine Verblindung. Die natürliche Fluktuation des Cluster-Verlaufs (Episoden/Remissionen) ist ein relevanter Confounder für Ansprechen und Wirkdauer. Responder ließen sich früh von Non-Respondern unterscheiden; bei einzelnen Patienten kehrte ein chronischer Verlauf in einen episodischen mit längeren Remissionsphasen zurück. Diese Daten sind hypothesengenerierend und begründen den Bedarf an randomisierten kontrollierten Studien.
Ziel ist eine Linderung — im günstigen Fall eine Remission. Wie weit dies gelingt, hängt vom individuellen Verlauf ab.