Bleiben ausgeprägte Beschwerden trotz konsequenter konservativer Behandlung bestehen, kann eine Operation sinnvoll werden. Drei Fragen lohnen sich vorher.
Wann? In der Regel bei fortgeschrittenem Gelenkverschleiß (Stadium III–IV nach Eaton/Littler) mit anhaltenden Schmerzen und Funktionsverlust — und erst, nachdem Entlastung, Orthese und Medikamente über mehrere Monate nicht ausreichend geholfen haben. Das erklärte Ziel des Eingriffs ist die Schmerzlinderung, nicht die Wiederherstellung der ursprünglichen Beweglichkeit (so auch die EULAR-Empfehlung).
Welche Methode? Am weitesten verbreitet und als Referenz etabliert ist die Trapezektomie — die Entfernung des großen Vieleckbeins (Os trapezium) am Daumengrund. Sie wird entweder allein durchgeführt oder mit einer zusätzlichen Band- und Sehnenplastik ergänzt (in der Fachsprache LRTI, „ligament reconstruction and tendon interposition") beziehungsweise mit einer Suspensionsplastik, bei der ein körpereigener Sehnenstreifen den Daumen abstützt. Daneben gibt es die Versteifung (Arthrodese) und den Gelenkersatz (Prothese).
Wie gut belegt? Überraschend dünn. Die maßgebliche Cochrane-Übersichtsarbeit (Wajon et al. 2015) fasste 11 randomisierte Studien mit 670 operierten Personen zusammen. Ihr Ergebnis: Keine Operationsmethode war einer anderen bei Schmerz und Funktion überlegen; die einfache Trapezektomie hatte dabei weniger Komplikationen als die aufwendigere Variante mit Band- und Sehnenplastik. Die Qualität der Studien war insgesamt niedrig. Bemerkenswert ist vor allem, was fehlt: randomisierte Studien, die eine Operation direkt mit einer nicht-operativen Behandlung vergleichen, gibt es praktisch nicht. Ob und ab wann eine Operation der konservativen Weiterbehandlung überlegen ist, ist damit durch hochwertige Studien bis heute nicht beantwortet. Die Erholung nach dem Eingriff erstreckt sich über Monate.